Rennelberg
Die Planerinnen im Festivalzentrum der Theaterformen
Auf 40 Grad stiegen die Temperaturen am letzten Wochenende im Juni. Dennoch ließen es sich einige Planerinnen nicht nehmen, am Sonntagnachmittag die ehemalige Justizvollzugsanstalt Rennelberg zu besichtigen. Es war der finale Tag des Festivals Theaterformen, das alle zwei Jahre, alternierend mit der der Landeshauptstadt Hannover, zum Spielzeitende am Staatstheater Braunschweig internationale, experimentelle und interdisziplinäre Stücke einlädt. Mitunter werden als Festivalzentrum und Aufführungsstätten besondere Orte gewählt, abseits der festen Theaterhäuser. So mutierte 2021 in Hannover die Raschplatzhochstraße für elf Tage zum autofreien Stadtlabor, 2026 war es dann die ehemalige JVA Rennelberg, die unter dem Motto NO PRISON erstmals für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die historischen Gefängnisarchitekturen bildeten den Möglichkeitsraum, in dem internationale Künstler:innen ihre Perspektiven auf Ungerechtigkeit und staatliche Gewalt zeigten. Der Ort der Vereinzelung und des Ausschlusses verwandelte sich in einen Raum der Begegnung, in dem Gemeinschaft und Kunst erfahrbar wurden, so die Veranstalter:innen.
WOB Empowerment
Besuch der Ausstellung Empowerment im Kunstmuseum Wolfsburg
Das Jahr 2023 beginnt für die Planerinnen Braunschweig mit der Ausstellung Empowerment – zu sehen vom 10.09.2022 bis 08.01.2023 im Kunstmuseum Wolfsburg. Am 05.Januar geben uns 100 künstlerische Positionen aus 50 Ländern aller Kontinente auf 2.000 m² Fläche einen Überblick über feministische Kunst seit der Jahrtausendwende. Es ist eine Auseinandersetzung mit der weltweiten Kunstproduktion im Dienste der Frauenrechte. Eine starke, machtvolle Ausstellung, die das emanzipatorische Verständnis verschiedenster Regionen der Welt in unterschiedlichsten Problemlagen wiederspiegelt… an einem einzigen Nachmittag eigentlich nicht vollständig zu fassen.
Frauenstadtspaziergang
Frauenstadtspaziergang Innenstadtdialog in Braunschweig am 06.12.2021
Dass die Städte sich in einem ständigen Wandel befinden, ist bekannt. Auch, dass die Kommunen sich immer wieder neue Strategien zur „Anpassung“ der Innenstädte an gesellschaftliche Veränderungen überlegen müssen. Neu ist, dass die Corona-Krise in verstärktem Maße und mit rasanter Geschwindigkeit zu einem Struktur-wandel auch in der Braunschweiger Innenstadt geführt hat. Onlineshopping, Digitalisierung und Homeoffice sind starke Einflussfaktoren auf die Innenstädte, die nicht erst seit der Corona-Pandemie wirken.
Exkursion Quedlinburg
Exkursion nach Quedlinburg mit Besuch der Feininger-Galerie am 03.12.21
Mit dem Pkw liegt die Fachwerkstadt am nordöstlichen Harzrand nur eine Autostunde von Braunschweig entfernt, doch die Planerinnen entscheiden sich für eine Anreise mit der Bahn. Die zweistündige Bahnfahrt über zwei Umsteigebahnhöfe, bei winterlichen Temperaturen und im Coronafeeling ist – als „Jahresabschlussvergnügen“ - daher eine der besonderen Art.
Ziel zum Jahresende ist der Besuch der Ausstellung Becoming Feininger, die in der Quedlinburger Feininger-Galerie zum 150. Geburtstag von Lyonel Feininger gezeigt wird. Entlang von 140 Werken kann das gesamte Schaffen des Künstlers chronologisch nachvollzogen werden.
Bauhaus
5. Oktober 2019: Ortstermin Dessau
Im September wurde in Dessau der zweite Museumsneubau eröffnet, der sich zum hundertjährigen Gründungsjubiläum der deutschen Vorzeigeinstitution Bauhaus widmet. Gegründet 1919 in Weimar – dort wurde im April das erste Bauhaus Museum übergeben – konnte die wegweisende Kunstschule von 1925 bis 1932 in der seinerzeit fortschrittlichen Industriestadt Dessau ihre größte Wirkung entfalten, wenngleich neuerlich politisch angefeindet. Hier sind seine ikonischen Bauten wie das Lehrgebäude und die Meisterhäuser lokalisiert oder auch die Demonstrativsiedlung in Törten. In Berlin, am letzten und 1933 dann selbst aufgelösten Bauhaus-Standort, muss man noch warten: Dort sollen das generalsanierte Bauhaus-Archiv und ein Erweiterungsbau 2022 der Öffentlichkeit übergeben werden.
Ringgleis
Radtour auf dem Braunschweiger Ringgleis
Am 08. August 2018 erobern wir mit dem Rad das Braunschweiger Ringgleis. Zwar sind Teile des Weges auf der ehemaligen Ringgleistrasse - vor allem im Westen der Stadt - schon lange befahrbar. Doch jüngst erhielt die Radstrecke entlang aufgelassener Bahnanlagen wieder einen neuen Abschnitt - Anlass für uns, die Strecke zwischen Spargelstraße im Norden und Kennelbad im Süden abzufahren und neue Orte zu entdecken. Denn nicht nur der Ringgleisweg “wächst”, sondern auch angrenzende private und öffentliche Räume definieren sich neu, öffnen sich dem Freizeitweg. Die Perspektive - der Ringgleisschluss um die gesamte Stadt - fasziniert und motiviert …
Frankfurt
„Frau Architekt“, Jil Sander und Jean-Michel Basquiat
Es bräuchte so etwas wie die „Guerilla Girls“ der Architektur, um auf einen Missstand hinzuweisen: die extrem niedrige Quote von Frauen im Architekturberuf, der es gelingt, ernsthaft wahrgenommen zu werden. Während die US-Aktivistinnen seit über 30 Jahren mit ihren Statistiken und Plakaten polemisieren, dass Frauen offensichtlich nackt sein müssen, um ins (Metropolitan) Museum zu kommen (Originalton: „Less than 5% of the artists in the Modern Art Sections are women, while 85% of the nudes are female“), gilt Architektinnen hierzulande sporadisches Forschungsinteresse oder eine Ausstellung zu ihrer über 100-jährigen Präsenz im Beruf. „Frau Architekt“: unter diesen Titel porträtierte das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt 22 deutsche Architektinnen – für die Planerinnen Braunschweig willkommener Anlass für eine Tagesexkursion an den Main.
Exkursion dOKUMENTA 14
Fast schon Pflichtprogramm der Planerinnen: wenn documenta ist- dann geht es nach Kassel.
Es ist jedes Mal ein sehr ambitioniertes Unterfangen, die Höhepunkte dieser weltweit bedeutenden Dokumentation zeitgenössischer Kunst an einem Tag zu erkunden, zumal die Präsentationsorte und Kunstwerke über die ganze Stadt verteilt sind.
Wir nahmen die Herausforderung am 19.Juli 2017 an, dem wohl heißesten Tag des Jahres.
Startpunkt unseres Rundgangs durch die, 2017 von Adam Szymczyk kuratierten Ausstellung mit dem Leitmotto „Lernen von Athen“ war der Friedrichsplatz. Hier empfing uns mit dem „Parthenon der Bücher“ der argentinischen Künstlerin Marta Minujin gleich die Hauptattraktion dieser documenta. Der Tempelbau zu Kassel war unübersehbar. In seinen Abmessungen (70m lang, 30m breit und 20m hoch), dem antiken Parthenon-Tempel in Athen nachempfunden und symbolhaft bestückt mit zahllosen Büchern, die irgendwo auf der Welt verboten waren oder sind.
Exkursion Wittenberg + Dessau
Exkursion Wittenberg + Dessau (26.-27.08.2016)
Fachexkursion Planerinnen Braunschweig in Lutherstadt Wittenberg, Besichtigung UBA in Dessau-Roßlau, Stadtrundgang autofreie Stadt Piesteritz, Stadtrundgang Wittenberg Cranachhöfe, Schlosskirche, Stadtkirche, gemütlicher Ausklang am Elbufer
Die Werkssiedlung Wittenberg-Piesteritz Entwurf und Sanierung als gebautes Lehrbuch
Wenn man die Lutherstadt Wittenberg besucht, lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher zur Siedlung Piesteritz an der Straße nach Dessau:
Im 1. Weltkrieg bauten die „Bayrischen Stickstoffwerke“ die „Reichs-Stickstoff-Werke“in Piesteritz, um hier trotz einer englischen Blockade Dünger und Sprengstoff herzustellen. Für die rund 2000 aus Bayern stammenden Beschäftigten errichtete der Staat direkt neben dem Chemiebetrieb eine Werkssiedlung.
Fotodoku Innenstadtspaziergang
„Wandel in der westlichen Innenstadt?“
Fotodokumentation eines Innenstadtspaziergangs in Braunschweig
Spaziergänge in der westlichen Innenstadt von Braunschweig
Die Stadt ist ein lebendiges Gebilde und ständig im Wandel. Die Stadt ist nicht unsichtbar. Und doch kann man sie nicht recht sehen, sie ist als Ganzes zu groß für unsere Wahrnehmung. Meist bewegen wir uns zielgerichtet und beschleunigt in der Stadt, wollen von Punkt A nach Punkt B. Wir sind mehr am Erreichen eines Ziels interessiert als an dem Weg dorthin. Selten gehen wir in unserer Stadt spazieren.
Exkursion dOKUMENTA 13
Planerinnen besuchten die dOCUMENTA (13)
Am Freitag, dem 20. Juli 2012 startete eine kleine Gruppe der Planerinnen per Bahn zur d(13). Dieses größte Weltkunst-Ereignis des Jahres sorgte schon in der Vorberichterstattung für Spekulationen und Verunsicherungen, denn die künstlerische Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev (kurz: CCB) wollte nichts weniger, als den menschlichen (und auch männlichen) Allmachtsphantasien bildnerische Artefakte, beispielsweise aus der Natur, gleichwertig entgegensetzen ebenso wie Produkte kognitiver Kreativität jenseits eines engen Kunstbegriffes. Ihre vage Zielsetzung beschrieb CCB als Deanthropoisierung. Hinzu kam ihr feministischer Ansatz als no-concept-concept, da Frauen eher Momente des Zögerns und Zweifelns schaffen würden, als an klaren Thesen und Entwürfen interessiert zu sein. Und ökologisch sollte das Ganze auch noch geraten: der Grüne Punkt förderte den Bau (und die anschließende Umsetzung) von 24 kleinen Holzhäusern in der Karlsaue, die einzelne Künstler oder Gruppen präsentieren. Ein, auch räumlich, schier ausuferndes Unterfangen erwartete also die Planerinnen.











